Die Reiseroute in Stichworten ( 6 Seiten mit 10 Fotos, 2 Karten )

1. Addis Abeba, 2500 m, 2,3 Mill. Einw.,
ein grünes Dorf, Wellblechsiedlungen zwischen Eukalyptusbäumen mit einigen wenigen Hochhäusern.

2. Stadtrundfahrt über die neue breite Umgehungsstraße,
Selassie-Begräbnis-Kirche,
Nationalmuseum (Sammelsurium u.a. mit den Knochen der "Lucy", die vor 3,8 Mill. Jahren in der Danakil-Ebene gelebt hat,
Marienkirche auf dem Entotoberg,
Audienz beim Patriarchen,
Tanzvorführung im Crownhotel.

3. Flug nach Bahar Dar am Tanasee,
mit dem Boot zu zwei Rundkirchen im Tana-See. Der See ist die Quelle des blauen Nils.
Klosterfluchtburg Uhra Kidane Mehret mit sehr schönen Malereien.

4. Von Bahar Dar über Staubpisten nach Gondar, 2100 m hoch, 7 Std. Fahrt.

Wanderung zu den Wasserfällen des blauen Nils
wenig Wasser, da ¾ des Wassers für ein Kraftwerk abgeleitet wird,
(der blaue Nil liefert in der sommerlichen Regenzeit August-September 68% des Nilwassers, im Mai-Juni nur 17%), am Ufer Papyrusboote,
Besuch eines Health-Centers, Probleme mit Aids und Empfängnisverhütungsmitteln, Besuch einer kleinen Bauernsiedlung.

5. Von Gondar zum Dorf Debark, 2880 m hoch,

Schlossruinen in Gondar

Wasserschloss des Fasilidas,
von den 44 Kirchen sehen wir nur das Kloster Debre Berhan Selassie mit besonders schönen Malereien,
Besuch des ehemaligen Falasha-Ortes Weleka mit dem jüdischen Friedhof,
öde, trockene und staubige Hochebene mit großen Rinder- und Schafherden,
Besuch einer Moschee,
schlechte Unterkunft, Z. ohne Wasser und WC.

6. Von Debark nach Axum, 2150 m,
eine mörderische 10 Std. - Fahrt bei 30° über Staub- und Schüttelpisten,
nach waldreicher Hochebene geht es auf 1030 m hinunter mit 31,7°. Wasser haben wir genügend mitgenommen, aber das Essen ist wie üblich miserabel.
Das Hotel ist Gott sei dank neu und gut.

7. Axum, das äthiopische Rom,
als Hauptstadt seit dem 1.Jh.n.Chr. im "Periplus maris erythraei" erwähnt, im10.Jh. Zerstörung durch die jüdische Königin Judith,

Monolith-Grabstelen mit Stockwerkdekoration aus der vorchristlichen Zeit im Zusammenhang mit einem Mond- und Sonnenkult, (die größte Stele von 33,50 m ist umgestürzt, eine Stele wurde von den Italienern entführt und in Rom aufgestellt wie auch der aus Karnak entführte ägyptische Obelisk von 32,18 m),
Palastruinen von Dongur, als Palast der Königin von Saba bezeichnet,
die Kathedrale Maryam Sion, Aufbewahrungsort der Bundeslade und Krönungsort der Könige. (Sie wurden nach dem Scheren der Haare als König von Sion, Sohn Davids und Sohn Salomons gefeiert und töteten einen Löwen und einen Büffel),
Priesterhochzeit mit Tänzen,
Königsgräber.

8. Von Axum nach Mekele, 13 Std. Fahrt
Yeha, ein vorchristlicher Mondtempel,
bis Adigrat Sandpiste, dann ein Stück Asphalt,
Abraha Atsbeha, eine der größten Felsenkirchen,
über einen Pass von 3060 m,
unterwegs sehen wir fünf Kameltreks mit Salz aus der Danakil-Senke.

9. Von Mekelle nach Lalibela, 2650 m,14 Std. Fahrt
weite, fruchtbare Flächen wie in der Mongolei, Rinderherden und Ackerland, Verteilungsstellen für Getreide neben der Straße
(für vier Tage Arbeit gibt es vier Dosen à 3 kg mit Getreide),
unzureichende Unterkunft, Wasser nur morgens und abends ½ Std., keine Lüftung, nachts 24,3° auf dem Zimmer.

10. Lalibela, wegen der aus dem Fels geschlagenen Gebäude als achtes Weltwunder bezeichnet,
200 Jahre Hauptstadt des christl. Äthiopien bis 1270, die ehemaligen Palastbauten sind in Felsenkirchen umgewandelt worden;
(ähnliche Felsentempel entstehen zeitgleich auch in Indien, Jordanien u.a. Ländern, in Lalibela entsteht die Nachbildung eines symbolischen Jerusalems mit dem Fluss Yordanos, mit Golgatha, Sinai und den Gräbern Adams, Jesus u.a.).

- in der Kirche Beit Medhane Alem (Heiler der Welt, Grundriss 33 x 22 m) werden Nachbildungen der Gräber Abrahams, Isaaks und Jakobs präsentiert;

- die kreuzförmige Beit Mariam weist an der Außenfront viele Kreuzformen auf und ist am stärksten mit Bildern aus dem 13. und 15. Jh. ausgeschmückt, Ornamente an Decken und Säulen mit figürlichen Motiven (zweiköpfiger Adler und lachende Sonne); typisch klassisch-orientalischer Innenraum (Vorraum mit Empore, quadratische Halle mit erhöhtem, gewölbtem Mittelschiff und überkuppelte Cella; ein verkleideter Pfeiler, den niemand sehen darf, weil Christus sich gegen diesen Pfeiler lehnte, soll die "Einigkeit des Glaubens" darstellen; drei Taufbecken, die am Fest der Taufe Christi eine große Rolle spielen; in ein Becken werden noch heute Frauen gehängt, um sie von der Unfruchtbarkeit zu heilen;

- in der höhlenartigen Beit Masqal (Haus des Kreuzes) finden sich Fenster in Form des griechischen Kreuzes, des Malteserkreuzes und der Swastika;

- die dreischiffige Beit Danaghel (Haus der Jungfrauen) ist den in einer Christenverfolgung des Kaisers Julian getöteten 50 Nonnen im mesopotamischen Edessa im 4.Jh. gewidmet (arab. Ruha, türk.Urfa entsprechend äthiop. Roha, dem ursprünglichen Namen von Lalibela);

- Beit Debra Sina, Beit Mikael, Beit Selassie und Beit Golgatha, die nicht von Frauen betreten werden dürfen. Diese Kirchräume bilden einen verwirrenden Komplex; in der Beit Golgatha befinden sich lebensgroße Reliefs von sieben Heiligen und ein Relief mit dem Grab Christi, das reale Grab des heiligen Königs Lalibela, sein Thron und sein Gebetsstab;

- Beit Georgis ist die bekannteste kreuzförmige Kirche im Fels, deren Dach dreimal das griechische Kreuz abbildet; der Zentralraum hat eine Höhe von 8,40 m.

11. Von Lalibela nach Weldiya, 3600 m, 8 Std. Fahrt,
Auf dem Weg zur Grottenkirche Neakuto Leab - im Innern tropft heiliges Quellwasser von der Decke -, erleben wir eine Beerdigung mit ungewöhnlichen Riten,
Fahrt durch eine lebensfeindliche, trockene Hochebene mit großen Viehherden, Bauern beim Dreschen mit Kühen und Ochsen, kühle Luft;
Auf der breiten Asphaltstraße, von Chinesen gebaut, wie die Schnörkel an Brückengeländern verraten, fahren Lkw`s mit Getreide, aber keine Privatautos.
Bei der Abfahrt in tiefere Regionen plötzlich fruchtbare Äcker mit Bananen, Mais und Erbsen.
Im Hotel gibt es kein Wasser, aber einen Hotelgarten mit Papayas, Mangos, Zitronen, Rosmarin, Kartoffeln u.a..

12. Von Weldiya nach Kombolcha, 8 Std. Fahrt,
Hayk-See, grüne Landschaft mit vielen Wasservögeln.
Wir besuchen ein Nonnenkloster, in dem die Nonnen durch Weben und Sticken selbst ihren Lebensunterhalt bestreiten,
zunehmender Verkehr, viele Lagerhallen mit Getreidevorräten vom Roten Kreuz, äthiopischen Kreuz, von der UN u.a..
Dessie, 150 000 Einw., 2540 m, Hauptstadt der Provinz Wollo, wichtiger Straßenknotenpunkt und Zentrum der Lebensmittelversorgung. Wir kaufen auf dem Markt Weihrauch.
Abends in Kombolcha ein ruhiges Hotel mit gutem italienischem Essen.

13. Von Kombolcha nach Addis, 12 Std. Fahrt,
bis zum Sinai-Pass, 3300 m hoch, grüne Landschaften,
dann wieder Trockenzonen mit großen, z.T. bemalten Gehöften.
im Hilton-Hotel unpersönliches Foyer wie in einer großen Bahnhofshalle mit vielen Geschäften.

14. Addis Abeba,
Ethnologisches Museum, sehr sehenswert mit einer umfassenden Sammlung zur christlichen Kunst Äthiopiens, einer Sammlung von Musikinstrumenten, die auch akustisch dargeboten werden, und medienunterstützte Einblicke in die Kulturen südäthiopischer Stämme,
Georgskirche,
Mercato, völlig uninteressanter Stadtteil.

15. Rückflug

Reisegruppe: 13 Teilnehmer ( 2 Ehepaare, 3 Pfarrer, 5 Frauen, 1 Mann)
Reiseveranstalter: Biblische Reisen
Transport: nichtklimatisierter, geräumiger Bus